Frühe Hilfen in Kufstein - Information

Was sind Frühe Hilfen?

"Frühe Hilfen" sind als erstes Glied von Gesundheitsförderungs- und Präventionsketten zu verstehen und stellen damit einen ersten Schritt zur gezielten Unterstützung von Familien dar. In einem auf Bundesebene geplanten Idealmodell für Österreich soll diese Hilfe insbesondere Familien in belasteten Situationen in Form einer Vielfalt von vernetzten Angeboten zur Verfügung stehen.

Das heißt konkret: Es gibt Familien, die nach der Geburt noch einiges brauchen, damit ihr Baby einen wirklich guten Start ins Leben hat. Neben Unterstützung durch Hebammen, Hilfe im Haushalt, verschiedenen gezielten ärztlichen und therapeutischen Angeboten (Physiotherapie, Osteopathie, Ergotherapie, Logopädie, Psychotherapie, Frühförderung der Lebenshilfe), ist auch oft eine Krisenintervention nötig (Schlaf-, Gedeih- und Schreiproblematik). Hier können EEH-Beraterinnen (Emotionelle Erste Hilfe-Krisenintervention, therapeutische Angebote und Gruppenarbeit) mit relativ wenig Einsatz viel bewirken.

Nachsorge- und Qualitätsprojekt BKH Kufstein

Kreißsaal, Wochen- und Kinderstation, Osteopathie und Nachsorge-Hebammen spielen eine wesentliche Rolle für die Frühen Hilfen in Kufstein. Mütter/Eltern erfahren durch sie mit ihrem Kind frühzeitige Unterstützung, besonders auch dann, wenn sie besonders belastet sind.

  • Mütter können im BKH oder bei der Nachsorge eine Unterschrift auf dem dafür vorgesehenen Formblatt leisten, wenn es für sie in Ordnung ist, in einigen Wochen von Claudia Gruber-Knotz (DGKS und Fachberaterin für Emotionelle Erste Hilfe) im Sinn der Qualitätskontrolle angerufen zu werden. 
  • Einige Wochen nach dem Krankenhaus-Aufenthalt telefoniert Claudia Gruber-Knotz mit diesen Müttern. Sie fragt nach ihrer Befindlichkeit, ihren Bedürfnissen und berät sie, was in der Stadt Kufstein an Unterstützung – von allen Netzwerkpartnern - angeboten wird. Nach Notwendigkeit werden sie auch an die passende Stelle vermittelt. 
  • Anschließend schickt das BKH Kufstein an die Frauen einen Brief mit frankiertem Kuvert aus, in dem die Frage gestellt wird, ob die telefonische Beratung hilfreich war.
  • Andrea Huber-Rass evaluiert die zurückgesendeten Antworten und damit auch das gesamte Projekt.

Im Anschluss an die telefonische Nachsorge werden deshalb die Mütter von Claudia Gruber-Knotz informiert, was es im Bezirk Kufstein an Unterstützungsangeboten gibt und nach Möglichkeit an die passende Stelle vermittelt. Wir arbeiten hier im multiprofessionellen Helfernetzwerk und nutzen auch die regionale soziale Infrastruktur mit ihren Angeboten.

Informationen über das multiprofessionelle Experten-Netzwerk in Kufstein: bei

Präsentationen:

  • Das Projekt wurde 2018 auf dem Kongress Österreichischer Gynäkologen von Andrea Huber-Rass vorgestellt und stieß dort auf großes Interesse. Wir arbeiten nun daran, das Projekt entlang der Rückmeldungen weiterzuführen und in einem weiteren Schritt auch für andere Krankenhäuser kompatibel aufzubereiten.
  • Claudia Gruber-Knotz und Andrea Huber-Rass sollten am 24.4.2020 während der ZOI-Fachtagung "Braucht Bindung den Körper. Physiologische Perspektiven für Krisenintervention, Therapie und Frühe Hilfen" in der Fachhochschule Kufstein (es fand stattdessen ein gekürztes Webinar statt) und am 8. März 2021 auf der Tagung "Wie Leben (doch noch) gut beginnen kann. Herausforderungen für klinische Praxis, Krisenintervention, Frühe Hilfen und Therapie rund um die Geburt" (pandemiebedingt ausgefallen) das Projekt vorstellen. Wir planen die Präsentation für den Herbst 2021.

Kongressplakat   mit kurzer Projektbeschreibung